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Es krabbelt und kribbelt: Bettwanzen und Milben

Wenn man nur das Wort liest, fängt es schon an zu jucken: Seit einigen Jahren machen sich Bettwanzen wieder in deutschen Haushalten breit. Entgegen der weitverbreiteten Meinung leben sie aber nicht bevorzugt in Chaos und Dreck. Nein, Bettwanzen sind wahre Luxusprobleme.

Dabei galten Bettwanzen seit den 1940er Jahren in Deutschland als ausgerottet. Mehrere Jahrzehnte waren sie in Deutschland nicht mehr vorgekommen, so der Berlin-Brandenburger Schädlingsbekämpfer-Verband. Doch seit einigen Jahren erleben die unbeliebten Mitbewohner eine Renaissance. „Das liegt am Tourismus, vor allem am Rucksacktourismus“, sagt Schädlingsbiologin Eva Scholl.

Kaum liegt man im Bett, juckt es am ganzen Körper

Die Sommermonate sind die Hauptreisezeit – auch für Bettwanzen. Mit dem Gepäck der Reisenden werden die Wanzen oder ihre Brut eingeschleppt. Auch lange Reisen können Ihnen nichts anhaben, sie können mehrere Wochen ohne Nahrung überleben. Zu Hause angekommen kommen sie aus Ihrem Unterschlupf. Sobald ihr Wirt eingeschlafen ist, stechen sie und saugen sein Blut. Die Stiche hinterlassen auf der Haut kleine, rote, juckende Stellen.

Von den Stichen geht in der Regel keine Gefahr aus

Laut den Experten des Schädlingsbekämpfer-Verbands gibt es bisher keine bekannten Fälle von übertragenen Krankheiten. Trotzdem ist die Angst verbreitet, die kleinen Krabbeltiere könnten sich auch im eigenen Bett tummeln. Der Ekel vor Bettwanzen ist groß und wer von einem Befall betroffen ist, schämt sich.

Die Scham ist nicht begründet, denn die Wanzen bevorzugen nicht – wie oft abgenommen – schmutzige Wohnungen. Sie sind eher ein Problem von Leuten, die den Luxus genießen können, in ferne Länder zu reisen. Bettwanzen selbst sind sehr bescheiden, sie benötigen lediglich Textil und etwas Holz. Besonders wohl fühlen sie sich in Matratzenspalten.

So wird man Bettwanzen wieder los

Experten warnen davor, selbst Insektizide einzusetzen. An die Bettwanze sollte auf jeden Fall ein Profi. Vor der Bekämpfung steht eine gründliche Inspektion der der Wohnung an. Es gilt aufzuklären, wo sich die Schlupflöcher befinden und wo die Wanzen herkamen. Nach dieser Bestandsaufnahme geht es zur Sache. Die Bettwanzen werden mit spezifischem Schädlingsbekämpfungsmittel attackiert. Dafür müssen oft viele Möbel verrückt, Bodenbeläge angehoben oder Leisten entfernt werden.

Alternativen ohne den Einsatz von Chemie gibt es kaum. Hitze ist ein alternatives Bekämpfungsmittel. Dafür gibt es spezielle Öfen, die die Wohnung aufheizen. Doch bleibt irgendwo ein kleines Versteck, dass nicht hoch erhitzt wird, verschanzen sich die Plagegeister dort und nach wenigen Wochen haben sie sich wieder in der ganzen Wohnung verbreitet.

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte oder sich nachhaltig ekelt, dem bleibt nur die Entsorgung der Matratze. Doch auch dann sollte die Wohnung von einem Experten untersucht werden.

Milben lieben Firlefanz

Sind Bettwanzen aktuell zwar in Deutschland immer noch eher selten anzutreffen, ist die Hausstaubmilbe quasi Stammgast. Fast jeder hat dieses ungefährliche Spinnentier in seinem Bett. Für Allergiker kann die Milbe allerdings doch zum Problem werden. Und je mehr Milben sich im Bett tummeln, desto höher ist das Risiko an einer Allergie zu erkranken. Symptome können ein Jucken am Körper bis hin zu Asthma sein.

Doch den Milbenbefall kann man selbst gut eindämmen. Maßnahme Nummer eins: Ordnung halten. Zweiter Tipp: Lüften. So kann es zum Beispiel sinnvoll sein, die Bettdecke tagsüber zur Hälfte zurückzuschlagen.

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